Mal wieder eine Hochrechnung

Ich weiß, ich bin sehr sprunghaft, und vor einigen Wochen habe ich noch geschrieben das ich das Thema finanzielle Freiheit mittlerweile recht entspannt sehe und langfristiger plane. Im Prinzip hat sich daran nichts geändert, aber eben nur im Prinzip. Mittlerweile geht mir das tägliche Hamsterrad wieder sowas von auf den Sack, auch wenn wir aktuell gut leben können und auf dem Girokonto ein Betrag ist den wir seit zig Jahren nicht mehr zum 20. eines Monats als Guthaben vorweisen können.

Aber es arbeitet in mir drinnen, und aus den gelegentlichen kurzen Gedanken, hat sich in den letzten Tagen so manche schlaflose Nacht ergeben. Fakt ist, es kotzt mich sowas von an jeden Tag als Angestellter eine bestimmte Zeit für irgendwelche Idioten zu investieren. Ich stehe einfach nicht dahinter, das bin ich eigentlich auch nie wirklich in den letzten gefühlten 20 Berufsjahren. Ich möchte dazu etwas weiter ausholen, bei der Firma wo ich 1987 eine Lehre begonnen habe hat auch mein Vater gearbeitet, damals im Jahr 1987 war er 45 Jahre alt und bereits 25 Jahre in der Firma, ich hatte also schon ein paar Privilegien, aber es war trotzdem eine perfekte Zeit wenn ich so zurück denke. Es war ein Betrieb von ungefähr 70 oder 80 Mitarbeitern, aber es war wirklich eine Familie, man hat gerne zusammengearbeitet, auch mal am Wochenende, das war kein Problem weil man es eben gerne gemacht hat. Ok, es war eine andere Zeit und ist mit heute nicht zu vergleichen, das ist mir bewusst, trotzdem ist es in all den Berufsjahren die der Zeit gefolgt sind (ich war bis 2000 bei der Firma) immer beschissener geworden. Heute ist man eine Nummer und mehr nicht, Manager kommen und gehen und haben eigentlich keine Ahnung, aber diese Manager kassieren sehr viel Geld und haben nach dem Vertragsende eh ausgesorgt, was interessiert diese Söldner ein Einzelschicksal. Ich will das so nicht mehr akzeptieren, ich habe auch die Schnauze voll bei meinen Kunden zu betteln damit meine Produkte gekauft werden. Ich will den Kunden aber gar keine großen Vorwürfe machen, die haben es auch sehr schwer und sind genau so im Hamsterrad drinnen wie ich auch.

Ich will also meine Zeit anders verplanen, ich will unbedingt was für den Tierschutz, Klimaschutz oder ähnlich machen, ich kann mir einreden was ich will, es kommt immer wieder dieser Punkt. Sicher ist es jetzt leichter weil ich notfalls eine Arbeitslosigkeit überbrücken könnte, aber das ist auch schon alles.

Also hat der Herr wieder mal das Excel Tool aufgerufen und gerechnet, und die dabei gewonnenen Erkenntnisse werde ich jetzt hier mitteilen. 🙂

Was brauchen wir, ich gehe immer nur von meinem Gehalt aus, die Frau arbeitet selber und auch wenn am Monatsende alles zusammengeworfen wird auf einem Konto plane ich erst mal nur für mich. Ich plane als Betrag ein Minimum von 3.000 Euro ein wo ich monatlich brauche um nicht mehr Arbeiten zu gehen. Aktuell war meine Planung täglich 0,20% an der Börse zu verdienen, hochgerechnet auf 30 Tage (Scheiß auf das Wochenende, dann muss man halt unter der Woche etwas mehr schaffen) bedeutet das einen Gewinn von 6% im Monat.  Wenn man von 1.000 Euro Startkapital am 01.05.2020 ausgeht und tatsächlich jeden Monat von 6% Gewinn ausgeht dann wären die 3.000 Euro (Brutto ohne irgendwelche Steuern) im Februar 2026 erreicht. Ein recht konservatives Ziel, ich hatte seit November 2018 neun Monate wo ich deutlich besser war, aber man muss auch sagen dass diese Monate hauptsächlich im zweiten Halbjahr 2019 lagen. Mann kann mit der Rechnung natürlich schön spielen, wenn wir trotzdem bei den 6% im Monat bleiben und statt mit 1.000 Euro mit 2.000 Euro Startkapital loslegt dann wäre bereits im Februar 2025 gefallen.

Nächste Rechnung, wir starten wieder mit 1.000 Euro und würden monatlich nicht 6% sondern 7% erwirtschaften, dann wären die 3.000 Euro bereits im Februar 2025 geschafft. Auch hier wieder die Milchmädchenrechnung mit einem Startkapital von 2.000 Euro, dann wären wir schon im April 2024 am Ziel. April 2024 klingt gut, sind aber auch noch vier Jahre die ich so wohl nicht durchhalten kann.

Wir könnten das jetzt immer weiter hochrechnen bzw. uns selber „schön“ rechnen, der alles entscheidende Faktor ist der monatliche Gewinn. Da ich ja recht viele Notizen habe und zig Excel Auswertungen meines eigenen Tradings angefertigt habe sehe ich eine wesentlich höhere Rendite im Monat als machbar an, ich habe mal manuell über einige Monate sehr intensiv gehandelt und schaffte dabei etwas über 13% im Schnitt pro Monat. Das Geld habe ich damals aber mit einem anderen System wieder verloren und der zeitliche Aufwand war sehr hoch, ich kann mich noch erinnern das ich quasi permanent am Handy war und das dann schon extrem stressig war und realistisch gesehen nicht auf Dauer machbar ist. Also haben wir zwei Parameter die relevant sind, zum einen die monatliche Rendite und was noch wichtiger ist, wie kann man mit einem überschaubaren Aufwand diese Rendite so hoch wie möglich bringen. Wichtig ist dann natürlich das Risiko und der zeitliche Aufwand.

Mein Fazit zu den oberen Zeilen ist folgendes, ich muss an dem damals gehandelten System arbeiten und es soweit optimieren das ich diese 13% monatlich schaffe und nicht dabei durchdrehe oder sogar mehr schaffe. Ich denke in meinem aktuellen Job kann ich noch ca. 12 Monate bleiben (ein Wechsel ändert nichts an der Gesamtsituation)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.